Tour des Monats

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Tour des Monats - September 2014

Keeskogel

Einer geht noch

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Auch im September platzte die Hoffnung auf stabiles Wetter. In diesem lausigen Sommer lief für Hochtourengeher nicht alles nach Plan. In den letzten Monaten mussten die Alpinen flexibel sein.

Gegen Ende September kündigte der Wetterbericht ein kurzes Fenster an, dass sonniges Spätsommerwetter versprach. Sofort war klar: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der Keeskogel (3291 m) gilt unter Normalbedingungen als leichte Einsteigertour. Die Unternehmung entspricht eher einer alpinen Trekking- als einer Hochtour. Es gibt einen Steig zum Gipfel, der ohne Gletscherberührung auskommt. Der obere SW-Grat wartet mit Blockgelände auf, das mit Fixseilen entschärft ist.

Das Tauern-Taxi verkürzt den Weg durch das Obersulzbachtal um satte 11 Kilometer. Der Talboden war Anfang August durch ein heftiges Unwetter verwüstet worden. Die Aufräumarbeiten liefen noch. Die etwas abenteuerliche Fahrt endete an der Materialseilbahn. Es folgte der Aufstieg zur Kürsinger Hütte. Der Himmel war wider Erwarten wolkenverhangen. Später flockt es still vor sich hin. Zum Abend war die Hüttenterasse eingeschneit. Eiskalter Wind pfiff um die Ecken.

Am Morgen war zwar der Wind eingeschlafen, aber vor der Hüttentür fingen die Zähne zu klappern an. Wir vertrauten auf den Wetterbericht. Der Steig war unter der Schneedecke verschwunden. Im dichten Dauergrau geisterten wir weglos von Steinmann zu Steinmann. Der Aufstieg hatte etwas meditatives.

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Alles war mit angeblasenem Weiß fein garniert. Zwischen den Blöcken war der Schnee tiefer eingeweht.

Am SW-Rücken steilt das Blockgelände an. Dort, wo die Fixseile in der Schneedecke nicht verschwunden waren, trugen sie dicke Girlanden von Eiszapfen. Die Winterepisode versetzte das Gelände in einen anderen Zustand und sorgte für eine gewisse Spannung.

Happy Hour! - Mit Erreichen des jungfräulich verschneiten Gipfels riss der Nebel auf, und wir genossen die wärmende Sonne. Unter einem tief blauem Himmel standen wir im Zentrum der Venediger Gruppe. Großvenediger, Großer Geiger und all die anderen blütenweißen Winterberge zeigten sich in Idealperspektive.

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Später öffnete sich die Sicht bis tief in die Dolomiten. Die ständig wechselnden Lichtstimmungen waren fantastisch. Ein totales Glücksgefühl kam auf.

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Info:
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