Tour des Monats

Bisherige Berichte

Tour des Monats - Juni 2015

 

Hohe Fürlegg

Die Luft wird dünner...

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Mitte Juni öffnete das Berghotel Rudolfshütte. Verglichen mit dem, wo wir sonst so unterwegs sind, fällt der Kasten schon ein wenig aus dem Rahmen.

Das Haus steht auf einer Kuppe oberhalb des Weißsees und bietet Berge 360°. In einer Zeit, wo Alpen als Fun-Arena vermarktet werden, haben Freizeitansprüche ihre Form gefunden. Auf der „Hütte“ wird Hotel-Komfort geboten, Service und Küche stimmen, das Preis/Leistungs-Verhältnis passt. Wir fühlten uns wohl. 

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Im Frühsommer ist selbst die Tour auf den Medelzkopf fordernd. Spur? – Fehlanzeige. Der markierte Steig lag über weite Abschnitte unter dem Schnee.

Am Nachmittag fanden wir perfekten Trittschnee vor. Der Föhn blies den Hauptkamm an, der Kalser Tauern wirkte als Düse. Wolkenschleier nahmen die Sicht nach Süden, teils standen wir selbst im Nebel.

Am Morgen gab es partiell blauen Himmel. Im Wetterbericht war zu lesen, dass Sonntagmittag eine massive Kaltfront eintreffen würde, doch am Vormittag hielt der Föhn dagegen.

Wir verließen die Komfortzone in aller Frühe.

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Wild, archaisch, menschenleer gab sich die Landschaft. Wir fanden unseren Weg, in den Steilstufen den
Durchschlupf und waren happy, wenn irgendwo eine Markierung unter dem Schnee hervorlugte.

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Im Aufstieg war nicht klar, wie und ob wir bei den Verhältnissen den Gipfel erreichen würden. So waren wir richtig froh, als wir letztlich oben standen. Wir blieben nicht lange, von Süden drückte bereits die Front zu uns rüber. An Tagen wie diesen ist ein gutes Timing wichtig.

Trekking-Stöcke sind in diesem Gelände gut und schön. - Die abschüssigen Passagen wurden jedoch zum Plädoyer für den Eispickel.

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Weiter unten, im flacheren Abschnitt, kippte das Wetter. Es zog endgültig zu, mancher Windstoß hätte uns fast umgehauen, dazu setzte Regen ein. Wir blieben cool und ließen uns nicht nass machen. Wohl dem, der bei grimmigen Verhältnissen die Überhose auspacken kann.

Als wir zu Mittag in der Hotel-Lounge saßen, peitschten Regen-Salven gegen die Glasfassade. Wir hatten allen Grund zum Feixen. - Resümee: Es war ein feiner Auftakt in die Hochtourensaison – anspruchsvoll, teils großartig und auch wieder brutal schön.

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