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Berichte

Gemeinsam auf Hochtour in der Schweiz

Sektionen Nördlingen und Donauwörth zusammen unterwegs

„Grüß Gott, wir haben hier eine alpine Notsituation. Ein Bergkamerad ist verletzt. Er hat sich am Sprunggelenk verletzt. Ein Abstieg mit ihm ist nicht möglich. Wir sind am Piz Valdraus Süd-Abstieg auf ca. 2900m. Der Rest der 16-köpfigen Truppe ist wohlauf. An unserem aktuellen Platz kann der Heli nicht landen. Wir werden den Verletzten ca. 50Hm tiefer in ein Joch transportieren, dort kann der Heli gut landen. Wir brauchen keine Winde am Heli.“

Da blieb mir erst mal die Spucke weg, als unser Guide Helmut mit so viel Ruhe und Präzision den Notruf mit seinem Handy absetzte. Nervös wurden erst wieder einige Donauwörther AVler als der Rettungs-Heli weder vom Typ BO105 noch überhaupt ein EC-Typ war. Erst die Schweizer Präzisionslandung des netten Rettungspiloten schuf das nötige Vertrauen in die kantige fliegende Kiste. Wenige Augenblicke später winkte unser verletzter Bergkamerad sichtlich erleichtert und entspannt vom Heli zurück. Dabei war er doch nur auf einem „Trampelpfad“ auf einer Steinplatte ein wenig ausgerutscht und hat sich auf den Allerwertesten gesetzt – so wie es jedem von uns schon zigmal passiert ist, nur ohne solche Folgen. Am späten Nachmittag war die restliche Truppe wieder an unserem Stützpunkt Medelser Hütte (2524m) vereint.

Adula 01 Medelser Htte Adula 02 Abstieg Caschlegia

Das Schweizer 4-Gänge-Menü war an beiden Abenden ein echter Gaumenschmaus, auch hier hat sich mancher Teilnehmer auf komplett unbekanntem Terrain bewegt. Für den dritten und letzten Tag hatten wir uns für die leichtere der beiden möglichen Varianten entschieden. Die langandauernde Gratwanderung zum und über den Piz Ault (2471m) war nach dem zunächst nötigen Abstieg auf unter 2000m dann doch deutlich anstrengender, als es sich am Abend beim dritten Bierchen angehört hatte. Und jeder hatte so seine eigene Methode sich den Anstieg zu erleichtern.

Adula 05 Aufstieg Valdraus

Unser Guide: „Jetzt hast Du es schon wieder geschafft, dass Du der Letzte bist – obwohl  Du doch zunächst ganz vorne mitgelaufen bist!“ Antwort: „Stimmt doch gar nicht. Ich kann ja gar nicht der Letzte sein – weil ja immer noch welche vor mir sind !?!!“ Bei so viel schwindelerregender Schlagfertigkeit wir d sogar der schwerste Anstieg zu einer Lachnummer.  Bei der anschließenden Gipfelbrotzeit auf dem Piz Ault hatten wir ein reines Gewissen, als wir die Leckereien unseres Heli-Kameraden verspeisten – schließlich haben wir ja nicht nur die Brotzeit sondern auch sein restliches Bergmaterial bis hier hoch getragen.

Adula 03 Morgenstimmung Adula 06 Ault

Am Nachmittag waren wir dann schon zum Krankenbesuch im Hospital in Ilanz, das direkt auf dem Heimweg lag. Wir staunten nicht schlecht als uns ein breites und zufriedenes Grinsen empfing. Der doppelt gebrochene Knöchel war nämlich schon operiert. Weil wir nur Häppchenweise ins Krankenzimmer durften, hat der Rest sich bei Ovomaltine und Milchkaffee zu richtigen Spottpreisen im Hospital-Café vergnügt. Und dann gab’s hier diesen unglaublichen Luxus einer Toilette, auf der es fließendes Wasser in schier endlosen Mengen mit freier Temperaturwahl gab. Im nach hinein war dann doch unser erster Tag der konditionell leichteste trotz 1200Hm Hüttenaufstieg und anschließendem Hausgipfel dem Piz Caschleglia (2935m). Mit unserer Gemeinschaftstour Anfang Oktober endete für heuer die Hochtourensaison, aber für nächstes Jahr sind schon neue Ideen und Ziele in den Rucksack gepackt!

 

Adula 04 Gruppe