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Geschichte Hochvogel (2.592m)

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Hochvogel ca. 1962, Hochvogel mit Bergsteiger beim Aufstieg unterhalb der Schulter ca. 1934, Hochvogelaufstieg 2009, Hochvogel mit Kaltem Winkel ca. 1931 und 2009,  Hochvogel mit Prinz-Luitpold-Haus ca. 1933; Hochvogel 2004, Hochvogel vom Kaufbeurer Haus 2010, Blick vom Gipfel nach Hinterhornbach und Aufstieg 2009,  | Quellen: wanderpfa.de, bergkatze.de und de.wikipedia.org

Horapachspitze → Hochfogl → in Hohen Vogl → Hochvogel

Im Jahr 1485 wird der Hochvogel (2.592m) in einer Grenzbeschreibung der Grafschaft Rotenfels "Horapachspitze" genannt. Es ist wahrscheinlich, das damit der Hochvogel gemeint war. Möglich, aber eher unwahrscheinlich ist, dass die heute als Hornbachspitze bekannte Örtlichkeit gemeint war. Diese könnte die erste Beschreibung und schriftliche Erwähnung des Hochvogels sein.

Kaiser Maximilian I. beschreibt um 1500 in seinem Jagdbuch das Jochbachtal als "in Undervogl".

1561 ist die erste schriftliche Erwähnung des Namens "Hochfogl" für diesen majestätischen Berg niedergelegt. In der Abtretung des Grafen Montfort an den Augsburger Bischof im Jahre 1564 taucht die Bezeichnung "in Hohen Vogl" für den Berg auf.

Sage | Der Berggeist am Hochvogel

Seit jeher war ein gewaltiges Klopfen und Hämmern im Bergesinneren zu vernehmen und ließ die Leute ein emsiges Venedigermännle vermuten, welches die Schätze des Berges ausbeutet.

Aber der Berggeist ist für das Hornbachtal kein Glück. Mutwillig und boshaft sei er, sodass man ihm nicht wohlgesonnen sein könne. Erfahrene Lechtaler Wanderarbeiter gaben ihm den Namen "Kobold", andere hielten ihn für ein "Klopferle" - einen schwarzen Zwerg, oft auch in rauer Wurmgestalt - der durch sein Klopfen die Menschen ängstigte.

gipfelfotos hochvogel

Wechselvoll ist die Geschichte der Besteigung des Hochvogels

Der Hochvogel kann heute aus dem Allgäu (Startpunkt Bad Hindelang, Hinterstein, Giebelhaus, Oberstdorf, etc.) über das Prinz Luitpold Haus bestiegen werden oder von Tiroler Seite über das Lechtal (Startpunkt Hinterhornbach).

blick auf hochvogel 1971

Um 1767 soll er bereits von einem Hirtenknaben, von der Allgäuer Seite kommend, erstiegen worden sein. Der Steinmann, der von der Besteigung zeugt, war bei trigonometrischen Arbeiten, die in den Jahren 1817/18 stattfanden, noch erkennbar. Die erste Besteigung von der Tiroler Seite soll der hochverdiente Graveur Anton Falger aus Elbingenalp unternommen haben.

Erster Unfall und erstes Gipfelbuch

Der erste bekannte Unfall am Hochvogel passierte bereits im Jahr 1841 im "Kalten Winkel".

Das erste Gipfelbuch beginnt 1876 und verzeichnete in diesem Jahr 10 Hochvogelbesucher. Fünf Jahre später wurde das Prinz Luitpold Haus auf der Allgäuer Seite des Hochvogels eröffnet. Die Zahl ist sodann auf 105 geschnellt.

An einem sonnigen Tag besteigen heute ca. 300 Wanderer diesen imposanten Berg.

Erste Überschreitung durch Hermann von Barth

Bemerkenswert ist die erste Überschreitung des Berges (inklusive Übernachtung am Gipfel) mit Ausgangs- und Zielpunkt Sonthofen, innerhalb von vier Tagen, durch Hermann von Barth.

Am 19. Juli 1869 startete er morgens in Sonthofen und erreichte – ausschließlich zu Fuß gehend – Hinterstein, wo er nach einer Mittagsrast um 12 Uhr weiterging. Über die Bärgündlealpe, die Balkenscharte und den Kalten Winkel erreichte er abends gegen 20 Uhr den Gipfel des Hochvogels, auf dem er übernachtete.

Am nächsten Tag stieg er nach Süden an der Ostseite des Südsüdwestgrats ins Rosskar und weiter nach Hinterhornbach ab.

An diesem Tag kam er noch bis zur Mündung des Schwarzwasserbachs in den Lech, wo er in einer verlassenen Alphütte nächtigte. Am nächsten Tag wanderte er über Weißenbach und den Gaichtpass nach Nesselwängle, schob noch eine Besteigung des Aggensteins ein und nächtigte in Schattwald. Am vierten Tag seiner Gewalttour war er frühmorgens zurück in Sonthofen.

Flugzeugabsturz 1945

1945montageIm Dezember 1945 hat sich am Hochvogel ein Flugzeugabsturz zugetragen. Ein viermotoriger Bomber der amerikanischen Besatzungsmacht mit sechs Besatzungsmitgliedern hatte vermutlich bei schlechtem Wetter Orientierungsschwierigkeiten. Am 14. Dezember 1945 zerschellte die Militärmaschine am Westhang des Hochvogels.

Bergsteiger, die im Jahr 1946 als Erste den Gipfel des Hochvogels erreichen wollten, stießen beim Aufstieg auf die Trümmer und alarmierten die zuständigen Behörden. Darauf hin macht sich ein Suchtrupp, bestehend aus Bergführern, Helfern und Offizieren der US-Armee auf den Weg zum Hochvogel um die Bergung der Verunglückten vorzunehmen.

Einige Zeit später wurde von einem Oberbayer ein Großteil des Flugzeugwracks vom Hochvogel über das Prinz Luitpold Haus ins Tal befördert. Der Oberbayer verkaufte die Metallteile und soll sich davon ein Haus gebaut haben.

Quellen

  • Broschüre „Alpenverein Donauwörth 1896 – 1971“, Sektion Donauwörth des Deutschen Alpenvereins e. V., 1971
  • Natur- und Kulturkundlicher Wanderführer Hinterhornbach, Georg Dinger und Gustav Dinger, DAV Sektion Donauwörth e. V., ISBN 3-9807169-6-1, 2002
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Hochvogel | Aufgerufen: 19.04.2016
  • Sage: alpic.net/forum | Aufgerufen: 19.04.2016
  • Hermann von Barth: Einsame Bergfahrten, Albert Langen Verlag, München, DNB 578807149, ca. 1925 | Aufgerufen: 19.04.2016
  • Flugzeugabsturz 1945: Zeitzeugen: Max Zettler, Erich Anwander und Otto Segger; Bergwacht Hinterstein, wanderpfa.de, 15.03.2008 | Aufgerufen: 19.04.2016
  • Fotos Header: Postkartensammlung wanderpfa.debergkatze.de und de.wikipedia.org | Aufgerufen: April 2016