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Geschichte

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Naturschutz im DAV

Bereits 1880 war der DAV um die Forschung der Ursachen für Waldschäden bemüht. 1927 verankerte der Alpenverein den Schutz von Natur und Landschaft in seiner Satzung. Der Naturschutz nimmt im DAV seit den 1950er Jahren eine stetig wachsende Rolle ein. 1958 beschloss die Hauptversammlung des DAVs, das jede Sektion einen Naturschutzreferenten zu bestellen habe und das auf den Bau von neuen Hütten im deutschen Alpenraum verzichtet wird. 1977 wurde vom DAV das "Grundsatzprogramm zum Schutz des Alpenraums" verabschiedet und damit die Bekenntnis zum Umweltschutz. Seit 1984 ist der Deutsche Alpenverein e. V. anerkannter Naturschutzverband in Bayern, seit 2005 auf Bundesebene.

Eckdaten DAV Donauwörth

Zwischen 1958 bis 1974 war in Naturschutzbelangen der Wanderwart zuständig. 1973 wurde der Beschluss gefasst, sich beim Naturschutz nicht nur auf das Alpengebiet zu beschränken. 1975 wurde ein eigenständiger Naturschutzreferent bestellt, der ab 1994 Mitglied des Vorstandes ist.

Anfangs wurden botanische und ornithologische Exkursionen und Vorträge angeboten.

1974 | Märzenbecher - Streifen

Märzenbecher (Leucojum vernum) kommen in der Natur in Auen- und Laubmischwäldern vor. Mitte der Siebziger Jahre nahm das Pflücken so überhand, dass Sammel-Erlaubnisscheine ausgegeben und an Wochenenden durch Märzenbecher-Streifen die Einhaltung der Sammelerlaubnis geprüft wurden.

Der DAV beteiligte sich 1974 an den Kontrollen und konnte 1975 in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Donau-Ries BUND Naturschutz in Bayern e.V. per Antrag bewirken, dass keine Sammel-Erlaubnisscheine mehr ausgegeben werden. Schließlich wurde die Pflanze auf der Roten Liste Bayerns in der Kategorie "gefährdet" aufgenommen.

1980er Jahre | Gewässerschutz und Müllsammelaktionen

1984 wurde in Kooperation mit der Kreisgruppe Donau-Ries BUND Naturschutz in Bayern e.V. eine Gewässerschutzgruppe gegründet. An 16 Gewässern (Bächen und Baggerseen) wurden regelmäßig Proben entnommen und die Wasserqualität im Hinblick auf Eutrophierung geprüft (Temperatur, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Nitrat, Ammonium und Phosphat).

Die Jugend hat in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzreferenten Müllsammelaktionen entlang von Bachläufen (Kaibach, Lochbach), in Waldstücken, Höhlen und Fledermauskellern durchgeführt.

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1990er Jahre | Baumpflanzungen, Anlage von Feuchtbiotopen und Fledermausschutz

Im Zuge der Erbauung des Edelweißweges wurden 1993 im Stadtwald zwei Feuchtbiotope angelegt und bis 1995 entlang des Weges heimische Baumarten gepflanzt.

1992 | Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Donau-Ries

1992 wandte sich Carmen Liegl von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises und bat um die Nennung von im Fledermausschutz tätigen Personen.

Fortan war die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Donau-Ries geboren. In Kooperation mit der Kreisgruppe Donau-Ries BUND Naturschutz in Bayern e.V., dem Rieser Naturschutzvereines und der Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, sowie dem SpeleoClub ANDON wird die Arbeitsgemeinschaft bis 1993 von Rudi Schubert (Kreisgruppe Donau-Ries BUND Naturschutz in Bayern e.V.) und ab 1994 von unserem Naturschutzreferenten Gustav Dinger koordiniert.

Es werden Nistkästen aufgehängt und kontrolliert, Ausflugszählungen durchgeführt, Exkursionen unternommen und Facharbeiten betreut. Ferner gibt es einen Fledermausnotruf für den Landkreis Donau-Ries.

Die Arbeitsgemeinschaft organisiert und beteiligt sich an Projekten. U. a. wurde 1999 der erste Fledermausdetektor-Workshop Bayerns abgehalten.

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2002 | Natur- und kulturkundlicher Wanderführer Hinterhornbach

2002 wurde nach achtjähriger Recherchezeit der Natur- und kulturkundliche Wanderführer Hinterhornbach von Gustav und Georg Dinger veröffentlicht.

In diesem Buch sind sieben Tourenschläge für Hinterhornbach mit unterschiedlichen Gehzeiten und Schwierigkeitsgraden beschrieben, sowie das jahreszeitabhängige Vorkommen der 26 Pflanzengesellschaften Hinterhornbachs in Wort und Bild dargestellt. Umfangreiches Kartenmaterial und 173 meist farbige Abbildungen runden das 215-seitige Werk ab.

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2008 und 2009 | Aktionen im Stadtwald Donauwörth

2008 wurde ein Hirschkäfermeiler im Stadtwald gebaut, 2009 wurden die beiden Feuchtbiotope gepflegt.

2013 bis 2015 | Untersuchung Einfluss von Digitalfunk auf Fledermäuse

Unter BOS-Funk wird der nichtöffentliche mobile Landfunkdienst in Deutschland, der von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verwendet wird, bezeichnet. Im Stadtwald Donauwörth wurde 2014 eine digitale BOS-Anlage in Betrieb genommen. Ziel der Untersuchung war es, den Einfluss des digitalen BOS-Funkes im Hinblick auf die Fledermausaktivität zu untersuchen.

In dem europaweit einzigartigen Forschungsprojekt sind insgesamt 19.500 Fledermausrufe aufgezeichnet und ausgewertet worden.

Das Vorkommen von vier neuen Arten konnte durch die Untersuchung im Stadtwald Donauwörth bestätigt werden. Mit 17 Fledermausarten ist der Stadtwald Donauwörth damit bayernweit der Wald mit den meisten nachgewiesenen Fledermausarten.

Es wurde zwar einerseits ein Aktivitätsrückgang im Umfeld des Sendemastes festgestellt, andererseits scheinen die Rückgänge nicht signifikant zu sein.

2010er | Wildkatzenprojekt, Fledermäuse im Hochgebirge

2015 hat sich der DAV an dem "Wildkatzenprojekt" des Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Donau-Ries BUND Naturschutz in Bayern e.V. beteiligt.

Ebenfalls 2015 wurde begonnen, Untersuchungen über das Vorkommen von Fledermäusen in den hochgelegenen Gebieten Hinterhornbachs, durchzuführen.

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Ehrungen für Gustav Dinger

Für sein Fledermausengagement hat Gustav Dinger die Auszeichnungen „Grüner Engel“ (2013) und „Fledermäuse willkommen“ (2016) vom STMUV verliehen bekommen.

1975 bis HEUTE | Naturschutzwarte und -referenten

1975 - 1981    Dietmar Neuber
1982 - 1984    Gustl Dinger (kommissarisch)
1985 - 1987    Gustl Dinger
1988 - 1993    Armin Schuster
ab 1994 Gustav Dinger

Quellen