10.07.2015 | 2. Gutachten - Bäumenheimer Weg bleibt gesperrt

Foto 1: Die Zerlegung im Bereich des Grates schreitet deutlich fort. Große Blöcke können hier jederzeit abstürzen. Im rechten Bildabschnitt ist klar erkennbar, dass sich offenbar laufend frischer Schutt auf den nahezu horizontalen Schichtflächen ablagert.

Wir weisen eindringlich darauf hin, dass der Bäumenheimer Weg gesperrt bleibt!

Es besteht absolute Lebensgefahr!

Ihre Sektion Donauwörth des Deutschen Alpenvereins e. V.


2. Gutachten | Bäumenheimer Weg bleibt gesperrt

(Neue) Spalten, haben sich seit Herbst 2014 um mehrere Meter geöffnet.

Zweite Stellungnahme der Landesgeolgie Tirol vom 10. Juli 2015

Eine erste Stellungnahme der Landesgeologie Tirol erfolgte am 25. September 2014. Seitdem ist der Bäumenheimer Weg gesperrt. Bereits in dieser wurde eine weitere Befliegung für 2015 angekündigt, die am 03. Juli 2015 statt fand. Der erneute Überflug hat die Stellungnahme vom September 2014 bestätigt. Nachfolgend sind Auszüge des Schreibens der Landesgeologie zitiert:

Inhalt der zweiten Stellungnahme der Landesgeologie Tirol

"Hinsichtlich des Befundes wird im Wesentlichen auf die oben genannte Stellungnahme verwiesen. Die dortbeschriebene Situation hat sich weitgehend bestätigt. Der frische Schutt auf den vorhandenen Felsstufen (siehe Foto 1) deutet auf laufende Erosionserscheinungen (Steinschläge, Blockstürze) hin.

Auffällig war vor allem auch der hohe Zerlegungsgrad eines mehrere Meter hohen Felsturmes in der Westwand des Hochvogels. Vor allem der Fuß dieses Turmes ist sehr stark zerlegt (siehe Foto 2)."

Bild 2 ueberflug hochvogel juli 2015 landesgeologie tirol

Gutachten

"Auf Basis der im Befund dargestellten Verhältnisse muss aus geologischer Sicht empfohlen werden, die Sperre des so genannten „Bäumenheimer Weges“ bis auf Weiteres aufrecht zu halten ... Vom Gipfel des Hochvogels muss diese Sperre zumindest zwei Meter von der Westgrenze der großen Spalte östlich des Gipfelkreuzes beginnen. Dieser 2-Meter-Abstand muss für den gesamten Gipfelbereich entlang des westlichen Spaltenrandes dieser Spalte gelten."

Zustieg vom Prinz Luitpold Haus

"Im Zuge der neuerlichen Befliegung hat sich bestätigt, dass der Gipfelaufbau im Bereich des von deutscher Seite (Zustieg Prinz Luitpold Haus) heraufführenden Weges - zumindest soweit aus dem Hubschrauber beurteilbar - noch weitgehend intakt ist und daher eine Sperre dieses Weges derzeit nicht für erforderlich erachtet wird."

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Quelle

Gemeinde Hinterhornbach – Hochvogel; Abklärung der aktuellen Steinschlag-, Blocksturz- und Felssturzsituation; Stellungnahme der Landesgeologie "Stellungnahme der Amtssachverständigen für Geologie, Hydrogeologie und technische Geologie, sowie für den Schutz vor Erosion und vor alpinen geogenen Naturgefahren", Amt der Tiroler Landesregierung, Dr. Gunther Heißel, Mag. Thomas Figl, 10.07.2015